Die dritte Generation – Die beiden Weltkriege

Nach dem Tode Hermann Dietrich Upmanns am 21. Januar 1894 beschlossen seine drei Neffen, die Firmengruppe Upmann neu zu organisieren und in der Folgezeit die vier Söhne Hermann Friedrich Heinrich Upmanns zu integrieren.

Wieder war es der „Daheimgebliebene". Es war nun Hermann Friedrich Heinrich Upmann, in dessen Hause die Upmannschen Nachkommen heranwuchsen und gemäß der Familientradition in bewährter Weise ihre zukünftigen Aufgaben erlernten.

                                        

                                        Das Grab der Familie Upmann in Bremen

Die dritte Generation nahm ihr Erbe an:

Hermann Albert Upmann (geb. 1879) wurde H. Upmann Habana übertragen,  

Albert Heinrich Upmann (geb. 1881) erhielt das Bankhaus Upmann in Havanna,  

Dr. jur. Heinrich Wilhelm Upmann (geb. 1882) wurde die H. Upmann & Co. in Bremen zugeteilt und zusammen mit seinem Bruder Carl Julius Upmann (geb. 1884) die Firma Carl Upmann New York.

Wo man im Erfolg glänzt, zieht man die Blicke auf sich, meist harmlose, aber auch solche, die an gleicher Stelle zu sitzen wünschen. Zeigt sich eine Schwachstelle, dann greifen solche zu, unvermeidlich gleich nach dem 1. Weltkrieg:

Nach Beendigung des spanisch-nordamerikanischen Krieges 1898 wurde Kuba zwar nach außen hin eine selbständige Republik, tatsächlich aber mehr ein nordamerikanisches Protektorat. Damit wurde der imperialistische Einfluss Nordamerikas, sowohl im politischen als auch im wirtschaftlichen Sinne, auf der Insel immer größer. Noch schlimmer aber wurde es für die Upmanns nach dem 1. Weltkrieg, weil sie Deutsche geblieben waren. Die Firma H. Upmann Habana und das Bankhaus mussten von 1917 bis 1921 mit Eintritt Kubas in die Gefolgschaft der USA in den ersten Weltkrieg geschlossen werden. 1922 erfolgte deren Verkauf.

                      

Es ist in der Upmannschen Familie ein offenes Geheimnis, dass dieses nicht die Schuld der Brüder Hermann Albert Upmann und Albert Heinrich Upmann war, sondern die weltpolitischen Ereignisse zwangen sie zur Aufgabe der Firma H. Upmann Habana und des Bankhauses. Man spricht auch davon, dass alle deutschen Unternehmen auf eine „Schwarze Liste“ gesetzt wurden. Dr. jur. Heinrich Wilhelm Upmann, der als Rechtsanwalt einige Jahre in den USA nordamerikanisches Recht studiert hatte und in Deutschland lebte, wurde gebeten, seine Brüder auf Kuba zu vertreten. Er bekam jedoch kein Visum, da die USA mit dem Deutschen Reich erst im August 1921 Frieden schlossen.

Die Firma Carl Upmann New York wurde 1922, nach dem Tode Carl Friedrich Wilhelm G. Upmanns, für 10 Jahre einem amerikanischen Trust unterstellt, ehe sie die Erben Dr. jur. Heinrich Wilhelm Upmann und Carl Julius Upmann weiterführen konnten.

In Deutschland waren es als Kriegsfolge gleich mehrere Firmen, die in den kommenden Jahren unter dem Namen H. Upmann auftraten, bis zum jeweils richterlichen Verbot.

Dr. jur Heinrich Wilhelm Upmann konnte Ende der dreißiger Jahre seinen Brüdern stolz berichten, den Namen Upmann wieder nach oben geführt zu haben. Kurze Zeit später brach der 2. Weltkrieg aus, an dessen Ende die Familie nach mehrfacher Ausbombung und Plünderung der Upmannschen Güter in Bremen mit dem Nichts konfrontiert wurde.